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Lässige Texte über haarsträubende Wissenschaft und den ganzen Rest. Marcus Anhäuser betreibt Plazeboalarm seit April 2005. Er ist Wissenschaftsjournalist in Dresden.
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- Bad Robot · 08.02.10 · 23:12 Uhr "58% der Abgeordneten des Deutschen Bundestags haben positive Erfahrungen mit einer homöopathischen Behandlung"
- nt · 08.02.10 · 14:43 Uhr Abnehmprogramme: Der Fettverbrennungsofen zur reinen Unterhaltung (Nachtrag 28.1.10)
- daniel · 05.02.10 · 14:55 Uhr Morgens entspannt aufwachen? iPhone-App Sleep Cycle im Test bei SpOn
- MEstermeier · 05.02.10 · 02:27 Uhr Squalen und das Golfkriegssyndrom (Update 17.11.)
- Siegfried Wegener · 04.02.10 · 00:20 Uhr Brauchen Journalisten Verlage überhaupt noch?
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08. Februar 2010
Ben Goldacre´s Moment of Genius: Systematic Reviews
Kategorie: Medizin
Ben Goldacre über einen Wendepunkt in der Geschichte der Wissenschaft bzw. Medizin. Die Einführung Systematischer Übersichtsarbeiten (engl.: Systematic Reviews) in der Medizin, sein Moment of Genius.
Erinnerung an mich: Schlusszitat, clear clean water, clear clean information.
Quelle: BBC Radio 4, Moments of Genius
Autor: Marcus Anhäuser· 08.02.10 · 21:49 Uhr· 0 Kommentare
"58% der Abgeordneten des Deutschen Bundestags haben positive Erfahrungen mit einer homöopathischen Behandlung"
Kategorie: Medizin · Kommentare: 20
Nicht erschrecken. Ist nur wieder eine dieser Überschriften/Aussagen, die mit Prozentzahlen versuchen, eine Wahrheit zu erzeugen, die bei genauer Betrachtung zum Schrumpfgermanen verkommt. Erfahrene Leser wissen schon, was folgt. Aber weil es so schön ist, gerne noch einmal
Autor: Marcus Anhäuser· 08.02.10 · 11:30 Uhr· 20 Kommentare
02. Februar 2010
Wie ticken Wissenschaftler so?
Kategorie: Kultur · Kommentare: 1
Ich melde mich mal für zwei Tage ab, weise aber schnell noch auf eine Veranstaltung hin. Ich werde am Donnerstagabend einen kurzen Vortrag halten. Es geht nicht um Plazeboalarm, sondern um Das Labortagebuch, das Blog, das mir ziemlich ans Herz gewachsen ist, und das ich letztes Jahr hier betrieben habe (so was würde ich ja gerne noch mal machen ...).
Ich werde ein bisschen über die Zeit im Labor, das Projekt an sich und natürlich die Wissenschaftler reden.
Zuschauer: Vor allem Nichtwissenschaftler. Bin gespannt.
Foto: undsonstso
Nachtrag 8.2.:
Fotos vom Abend gibt es hier.
Und so sehe ich beim Vortrag vor etwa 60 Zuschauern aus:
Autor: Marcus Anhäuser· 02.02.10 · 20:00 Uhr· 1 Kommentar
Morgens entspannt aufwachen? iPhone-App Sleep Cycle im Test bei SpOn
Kategorie: Technik · Kommentare: 7
So ein Zufall: Da bekam ich dieser Tage eine Anfrage von einem Leser, was ich denn von dieser iPhone-App SleepCycle hielte. Eine Software, die einem morgens in der Leichtschlafphase aufwecken will, und damit ein unbeschwertes Aufwachen ermöglichen soll. (Das Prinzip: Der Bewegungssensor misst die nächtliche Bewegung im Bett, die für Tiefschlafphase und Leichtschlafphase unterschiedlich ausfällt.) Sie gehört zu den meistverkauften Apps derzeit.

Da ich gerade mit Arbeit zugeballert bin, musste ich den Leser auf später vertrösten. Jetzt kann ich mir die Arbeit dafür ganz sparen (bis auf diesen kleinen Post), denn Holger Dambek von Spiegel Online hat sich die App vorgenommen und sie bei einer Person in einem Hamburger Schlaflabor getestet.
Das Ergebnis verrät schon der Titel: Mangelhafter Muntermacher.
Schwachstelle des SpOn-Tests ist natürlich: Eine Testperson ist nicht wirklich aussagekräftig. Um es wasserdicht zu machen, bräuchte man eben viele Personen über einen langen Zeitraum. Eine wissenschaftliche Studie unter kontrollierten Bedingungen eben.
Gegen das Gerät spricht aber, dass es die Schlafphasen genau falsch herum interpretiert.
"Das Programm hat das Einschlafen richtig erkannt und reagiert, als der Patient sich umgedreht hat", sagt sie. Die Schlafphasen konnte Sleep Cycle jedoch nicht korrekt zuordnen. "Statt Leichtschlaf zeigt es Tiefschlaf an", moniert die Ärztin. Auch die Traumschlafphasen seien nicht erkannt worden."
Am meisten sollte einem vielleicht die Aussage des Entwicklers Marek Drejak zu denken geben, wenn er beschreibt, wie er seine Software programmiert und eingestellt hat:
"Immer wenn ich am Programm etwas geändert habe, musste ich eine Nacht schlafen, um zu sehen, ob sie den gewünschten Effekt hat", berichtet er..
Nachtrag:
Hier gibt's die Story jetzt auch als Video. Da sieht es so aus, als ob der Autor selbst die Versuchsperson ist.
Autor: Marcus Anhäuser· 02.02.10 · 11:50 Uhr· 7 Kommentare
01. Februar 2010
Quantenphilosopie. Aha? Und Spiritualität. Mhm.
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 17
Und ich stand in einer S-Bahn-Station in Hamburg und sah dieses Plakat:

Erster Reflex: Uah, nein, warum nur?
Zweite Reaktion: Aber warum nicht? Vielleicht bewegt sich da was aufeinander zu.
Dritte Reaktion: Nee, komm. Quanten und Philosophie und Religion und Spiritualität, das ist zu viel.
Also, ein bisschen rumgesurft.
Quantenphilosophie, okay, Artikel bei "Welt der Physik". Bin ich doch so ignorant. Aber man kann ja nicht alles wissen. Mal demnächst lesen.
Mal 'nen Namen googeln. "Ulrich Warnke". Müsste ich den kennen?
Erster Fund.

Mhm, eine Firmenseite. Der Begriff Elektrosmog soll aus seiner Arbeitsgruppe stammen. Weiß ich gar nicht, ob ich das so gut finden soll ... . Aber was sind das für Dinger unten im Bild?
Und dieser Satz? : " ... der positive Effekte einer Gefäßerweiterung und erhöhten Perfusion auf pulsierende Magnetfelder beim Menschen sichtbar machen konnte ... "
Magnetfelder, mhm. Was sind das jetzt für Geräte?

Mhm, "Das UNITTRON-Lamda dient zur Lichtbehandlung .... ", "Real-Time-Potential-Feedback", und für Tiere gibt's das auch: "Eine veterinärmedizinisce Produktlinie rundet unser Produktsprektrum ab ...".
Leute, Leute, ich weiß nicht, was soll man davon halten? (ich ahne es ja irgendwie schon).
Was ist das da ganz oben, oben rechts im ersten Bild, in rot: NEU, BionMed.
Mal schauen:
Uh. Gesundheit durch Information. Jetzt kippt es aber. "Mit Hilfe von Licht und anderen natürlichen Energieinformationen können die Körperzellen energetisch aktiviert werden."
Links zur Uni des Saarlandes laufen ins Leere.
Vielleicht mal bei Wikipedia? Kein Eintrag.
Bei Esowatch vielleicht? Da gibt's einen Eintrag.
Tja, und was mach ich jetzt mit dieser Vorrecherche? Lass' ich mal so stehen, und schau ein anderes mal, wer Dagmar Uecker ist.
Und der Vortrag? Kann ja trotzdem spannend gewesen sein.
Aber man kann sich ja nicht um alles kümmern ;-)
Autor: Marcus Anhäuser· 01.02.10 · 10:35 Uhr· 17 Kommentare
29. Januar 2010
Bild.de: Ein Blondinen-Witz der besonderen Art
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 28
Ob man voraussagen kann, wer eine Falschmeldung bringt? Über Blondinen? Angeblich basierend auf einem wissenschaftlichen Fachartikel? Die übliche Verdächtige ist natürlich dabei ...
Autor: Marcus Anhäuser· 29.01.10 · 08:05 Uhr· 28 Kommentare
28. Januar 2010
Brauchen Journalisten Verlage überhaupt noch?
Kategorie: Kultur · Kommentare: 14
Wo ich gerade beim Thema "Zukunft des Journalismus' bin: Im aktuellen Newsletter der Freischreiber gibt es dazu folgende Passage:
"Blicken wir in die Zukunft - ohne Verlage. Ja, es klingt erst mal gewagt, aber es gibt tatsächlich gute Gründe daran zu glauben, dass Autoren dank der gesunkenen Herstellungs- und Vertriebskosten ihre Arbeit in naher Zukunft auch selbst vermarkten können.So schlägt Jeff Jarvis in einem FAZ-Interview vor, dass Autoren lose in Netzwerken zusammenarbeiten, sich gemeinsam vermarkten und so Verlage überflüssig machen könnten. "Der Journalist wäre dann ein Gründer. Das wäre ein Modell, das man ausprobieren muss", sagt Jarvis. Hier gibt es das Interview in voller Länge.
Der Autor Markus Albers hat diesen Versuch gestartet und sein neues Buch "Meconomy" ganz ohne Verlag auf den Markt gebracht. Hier erzählt er darüber.
Erschrocken fragte da sogar Springers "Berliner Morgenpost/Die Welt": Machen Ebooks Verlage überflüssig?"
Einerseits will ich gar nicht auf Verlage verzichten, weil es ihre Kompetenz ist, Inhalte zu verbreiten. Meine hingegen nicht. Ich will ja eigentlich Geschichten suchen, finden und erzählen. Wenn ich mich jetzt auch noch um den Vertrieb kümmern muss, fehlt diese Zeit für die Artikel. Andererseits wird es immer einfacher Texte zu verbreiten. Am Ende ist es vielleicht einfach ein Rechenexempel.
Noch mal der Wachmacher-Satz von Jarvis:
"Wir müssen im Journalismus radikal Neues probieren."
Leichter gesagt als getan ...
Autor: Marcus Anhäuser· 28.01.10 · 09:02 Uhr· 14 Kommentare
27. Januar 2010
Das Apple Tablet verändert mein Leben: Die Wunschvorstellung ...
Kategorie: Technik · Kommentare: 32
... eines freien Journalisten). Wenn es schon nur die Ankündigung einer Produktvorstellung - die letztlich nur auf Gerüchten basiert - bis in die Deutschlandfunk Morgennachrichten schafft, dann scheint im besten Fall wirklich etwas Wichtiges zu passieren. Im schlechtesten zeigt es lediglich, das Apple das beste Marketing der Welt hat. (Ich meine, kribbelt es bei jemandem, wenn Samsung oder HP ein neues Produkt vorstellt?) Im Idealfall verändert es das Leben von vielen freien Journalisten zum Besseren (kann man sich nur wünschen).
Autor: Marcus Anhäuser· 27.01.10 · 09:30 Uhr· 32 Kommentare
26. Januar 2010
Ein Virus ist kein Bakterium, aber was weiß die Seife schon
Kategorie: Medizin · Kommentare: 17
Das schöne an einem Blog ist ja, dass man so völlig ungestraft pingelig sein kann. Da kann man seine pingelige Seite so wunderbar ausleben. Wie etwa bei diesem Beispiel.
Ich meine, da schreiben sie von Bakterien,
und wie gut die Handseife antibakteriell wirkt,
und dass sie einen antibakteriellen Wirkstoff enthält, die Seife ...
Ja - aber warum malen's dann ein Bild von einem Virus drauf?
Nicht ganz so schön wie die runde DNS in den Hautzellen im Werbespot bei Chris, aber schon nicht schlecht als Beispiel für marketingtechnische Wissenschaftsignoranz.
Andererseits: Ich versteh's ja. Einfache kugelige Bakterien (Kokken) sind schematisch nicht so prickelnd, sind eben nur einfache Kugeln, oder Kreise. Und ob ein Laie Stäbchen oder Spirillen als Erreger erkennt, kann man bezweifeln. Der designtechnische Wert eines HI-Virus als Erreger ist da wohl deutlich höher. Das hat schon was von moderner Ikone.
Übrigens: Wir lassen uns nicht von den 99,999 % täuschen. Das bezieht sich nur auf die in der DIN-Norm vorgeschriebenen Bakterien, und auch nur unter Laborbedingungen, also Petrischale, sage ich mal. Ob da Viren berücksichtigt sind, kann ich im Moment noch nicht mal sagen. Was beim Händewaschen übrig bleibt an "Keimen", darüber sagt die Zahl nichts aus. Und ob das weniger ist als bei normaler Seife?
Ich weiß es nicht ...
Quelle: Ombia Bath Handwaschgel, eigenes Foto
Autor: Marcus Anhäuser· 26.01.10 · 08:12 Uhr· 17 Kommentare
25. Januar 2010
UNGLAUBLICH! ... aber wahr (1)
Kategorie: Medizin·Unglaublich! ... aber wahr · Kommentare: 32
Ich eröffne eine neue Reihe zum Thema Gesundheitsesomarketing-Geschwurbel. Es gibt so viel Zeugs da draußen auf diesem gewaltigen Markt der Gesundheit und Medizin, das kann man ja gar nicht alles angemessen abarbeiten. Also lasse ich die Anzeigen und Marketingtexte (fast) für sich selbst sprechen, in einer Fundsachen-Rubrik unter dem Motto: "UNGLAUBLICH! ... aber wahr.
Autor: Marcus Anhäuser· 25.01.10 · 08:35 Uhr· 32 Kommentare
22. Januar 2010
Formoline und Co.: Bringen die was beim Abnehmen?
Kategorie: Medizin · Kommentare: 9
Immer wieder diese Werbung für Formoline L112. Diesem "Nr. 1"-Abnehmdings, das Apotheker so gerne empfehlen. Man sollte gewarnt sein, wenn schon auf der Webseite steht: "Setzen Sie sich kleine Ziele"
Autor: Marcus Anhäuser· 22.01.10 · 11:00 Uhr· 9 Kommentare
07. Januar 2010
Warum erweisen sich gerade Meteorologen als Skeptiker des Klimawandels? (Nachtrag 1.2.)
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 93
Wetter ist kein Klima, und dieser Winter ist keine Beleg dafür, dass der Kilmawandel ausfällt und alles nur eine große Verschwörung war. Trotzdem fällt auf, dass gerade unter Meteorologen die Skepsis in punkto (menschengemachtem) Klimawandel besonders ausgeprägt zu sein scheint. Wie kommt das eigentlich?
Autor: Marcus Anhäuser· 07.01.10 · 22:42 Uhr· 93 Kommentare
Das Solidaritätsschreiben für IQWiG-Chef Sawicki (Updates 21.1.)
Kategorie: Medizin · Kommentare: 9
Es gibt Streit um den Chef des Institues für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in Köln, Peter Sawicki. Eine größere Zahl von Ärzten befürchtet, dass Sawickis Vertrag, der dieses Jahr endet, nicht verlängert wird. Aus niederen Beweggründen, sozusagen.
Autor: Marcus Anhäuser· 07.01.10 · 17:20 Uhr· 9 Kommentare
Wissenschaftler müssen pingelig sein
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 13
Schnell, raten: Wie viele Ecken hat eine Schneeflocke? 4, 5 oder 6? Und? Richtig getippt? Ich werde die Frage nie mehr falsch beantworten, dank eines Briefes eines Wissenschaftlers an Nature.
Autor: Marcus Anhäuser· 07.01.10 · 12:31 Uhr· 13 Kommentare
05. Januar 2010
Sag' beim Abschied leise Servus
Kategorie: Kultur · Kommentare: 2
Dies ist ein Abschied. Mein langjähriger Blogkollege und Mitgründer dieses Blogs Martin Schäfer verlässt den Blog. Oder sagen wir: Ich streiche ihn aus dem Profil.
Autor: Marcus Anhäuser· 05.01.10 · 11:27 Uhr· 2 Kommentare
04. Januar 2010
Apotheken-Umschau: Freispruch für alle 1000 Ausgaben
Kategorie: Medizin · Kommentare: 19
Apropos Medizinjournalismus: In einem ZEIT-Artikel über Deutschlands erfolgreichste Gesundheitszeitschrift fand ich einen bemerkenswerten Satz. Man muss vermutlich ein bisschen die Vorgeschichte kennen, um ihn ähnlich erstaunlich zu finden wie ich.
Autor: Marcus Anhäuser· 04.01.10 · 10:45 Uhr· 19 Kommentare
01. Januar 2010
Medizinjournalismus: 10 Tipps für bessere Artikel
Kategorie: Medizin · Kommentare: 7
Es wurde im letzten Jahr eine Menge "geschimpft" über den Medizinjournalismus. Das neue Jahr möchte ich deshalb mal proaktiv angehen und uns Journalisten ein paar Tipps für bessere Artikel an die Hand geben (wie immer mit der Gefahr, dass sie mir eines Tages selbst um die Ohren gehauen werden).
Autor: Marcus Anhäuser· 01.01.10 · 13:13 Uhr· 7 Kommentare
16. Dezember 2009
Das alte Lied: Prozent von was ... verdammt.
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 18
Wie lautet die erste Frage, die man stellen muss, wenn man Prozentangaben sieht? Die Überschrift hat's schon verraten. XY Prozent von was? Wäre uns Verbrauchern das ins Gehirn gemeiselt, hätten Firmen wie Dr. Oetker keine Chance mit solchen Marketingstricks, wie sie die Verbraucherorganisation foodwatch gerade wieder "enttarnt" hat.
Die Berliner haben ein paar Beispiele gesammelt, die belegen, wie gerne Firmen versuchen, uns mit dem alten Trick der hohen Prozentzahlen reinzulegen (Zitate aus der E-Mail-Pressemitteilung):
"Besonders dreist treibt es Dr. Oetker bei seinem Schokoladenpudding "PurChoc". Auf der Verpackung steht groß "75% Kakao in der Schokolade" und "Tansania edelbitter" - tatsächlich sind jedoch nur 1,875 Prozent Tansania-Kakao im Produkt enthalten. Die hervorgehobene Angabe von 75 Prozent Kakao bezieht sich nämlich nur auf den Schokoladenanteil, der gerade einmal 2,5 Prozent im Pudding ausmacht."
Nach dem selben Muster strickt auch Gummibären-Hersteller Haribo seine Werbeversprechen:
"Die Haribo-Fruchtgummis "Fruity-Bussi" versprechen "35% Frucht in der Füllung" - diese Füllung macht jedoch gerade einmal 12,3 % des Produkts aus. Der ausgelobte Fruchtanteil schrumpft damit auf 4,305 % im Produkt zusammen."
Das sind schöne Beispiele dafür, wie Firmen mit unserer fehlenden Bildung in Sachen Statistik Profite machen. Und wir merken es noch nicht mal und haben ein gutes Gefühl dabei.
Herr Gigerenzer, ihr Fall.
Also sprecht mir nach:
"Prozent? Von was?, "Prozent? Von was?, "Prozent? Von was?, "Prozent? Von was?, "Prozent? Von was?, "Prozent? Von was?, "Prozent? Von was?, "Prozent? Von was?, "Prozent? Von was?, "Prozent? Von was?, "Prozent? Von was?, "Prozent? Von was?,
Vielleicht sollte man daraus eine Liturgie machen, oder sowas.
Nachtrag:
SpO hat bei Dr. Oetker zur Prozentepraxis befragt. Antwort:
"Man sehe sich Wettbewerb gefährdet, wenn zu viele Informationen auf der Packung preisgegeben würden. Genaue Angaben zur Zusammensetzung ließen nämlich Rückschlüsse auf die geheime Rezeptur des Puddings zu, sagte eine Sprecherin SPIEGEL ONLINE. Dr. Oetker wolle niemanden täuschen, außerdem halte man sich an geltendes Recht."
Bild: Dr. Oetker Website
Autor: Marcus Anhäuser· 16.12.09 · 14:40 Uhr· 18 Kommentare
14. Dezember 2009
Heilung unerwünscht: So wird das Buch beworben
Kategorie: Medizin · Kommentare: 7
Nur mal so für's Protokoll. Ein Ausschnitt aus dem aktuellen Weltbild-Bücherkatalog, in dem Klaus Martens' Buch "Heilung unerwünscht" (Stichwort Regividerm) angepriesen wird. Wie es Marketing-/Katalog-Texter doch immer wieder schaffen, die Realitäten auszublenden. Als hätte es die ganze andere Geschichte nicht gegeben.

Kann man alles lesen?
Wie die Realität mit der Salbe aussehen kann, gabs zum Beispiel hier bei Christians Frischem Wind zu sehen und zu lesen.
Nachtrag:
Für alle, die es nicht entziffern können, unten der Verkaufstext aus dem Katalog:
"Seit 25 Jahren blockiert die Pharma-Industrie ein hochwirksames Medikament gegen Neurodermitis und Schuppenflechte ...Allein in Deutschland leiden über fünf Millionen Menschen an Neurodermitis. Die meisten von ihnen sind auf teure Medikamente angewiesen, die zudem oft schwere Nebenwirkungen mit sich bringen. Dabei könnte es seit 25 Jahren eine natürliche, preiswerte und nebenwirkungsfreie (!) Alternative geben. Wenn - ja wenn nicht die Pharmaindustrie die ganz bewusst und gezielt verhindert hätte. Eine Chronik eines himmelschreienden Skandals."
Das Ausrufezeichen steht so im Text ...
Autor: Marcus Anhäuser· 14.12.09 · 16:23 Uhr· 7 Kommentare
08. Dezember 2009
LHC-Kritik: Die "Junge Welt" sieht so alt aus
Kategorie: Kultur · Kommentare: 22
Wieso wundere ich mich eigentlich? Wieso wundere ich mich eigentlich darüber, einen solch verquarsten, pseudo-coolen-"Ich kenne Stanley Kubricks Dr. Seltsam und wie ich lernte die Bombe zu lieben"-Anti-LHC Text auf der Webseite der linken Zeitung "Junge Welt" zu finden (wo man Banner für die Internationale Rosa Luxemburg Konferenz und ein ironisches Modelabel namens Karl Maxx findet. Dieser Hinweis nur, um zu erklären wie weit links die Zeitung anzusiedeln ist).
Wieso wundere ich mich, dass es gleich zwei Autoren braucht, um einen solchen Text zu fabrizieren, mit so schlauen Sätzen wie:
"Und keiner weiß, was dabei geschieht. Denn kennten sie das Ergebnis, hätten sie sich die drei Milliarden Euro sparen können, die der große Teilchenbeschleuniger LHC gekostet hat."
Was war noch der Sinn von Wissenschaft?
Oder:
"Es ist nun aber nicht nur statistisch möglich, daß sich bei diesem Experiment Schwarze Löcher bilden. Was, wenn die bisher geltenden Theorien zutreffen, den Zusammensturz unseres Planetensystems bedeuten könnte?"
Besonders bizarr:
"Aber nicht nur beim Kegeln, auch bei den Welten im Zusammenstoß hat der Zufall nur zwei Würfe."
Wieso wundere ich mich, dass die beiden Autoren Schröder und Kalender die Wissenschaftler des LHC abwechselnd als "Strangeloves", "Dr. Seltsams von Genf", "Zauberlehrlinge" oder als "irre Physiker" die "in die Klapsmühle gehören" bezeichnen. Und die in einem Atemzug sämtliche Klischees über Wissenschaftler und Großforschung bedienen, die es so aufzuführen gibt.
(Und die offenbar die Hosen voll haben, weil sie sich davor fürchten, von Schwarzen Löchern verschluckt zu werden.)
Wieso wundere ich mich?
Ich meine, jetzt mal ernsthaft, wieso wundere ich mich, einen solchen Text in einer Zeitung bzw. auf einer Website zu finden wie dieser. In der man in der Rubrik "Für Wissen und Fortschritt" solche Artikel findet:
Die LHC-Kritik von Schröder und Kalender findet sich natürlich wo? Im Feuilleton.
P.S.: Und wie stieß ich auf diesen Artikel? Offensichtlich können die Mitarbeiter von conCERNed international nicht lesen. Sonst hätte ich nicht erneut einen Newsletter von denen bekommen.
Autor: Marcus Anhäuser· 08.12.09 · 10:20 Uhr· 22 Kommentare
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